Argentinien ist das Land, das den neu erwachten Durst auf preiswerte Rotweine in der Welt am besten stillen kann. Der viertgrößte Weinerzeuger der Welt ist der große schlafende Riese in der Welt des Weines, der gerade erst anfängt, die Art von Weinen zu machen, die der internationale Markt verlang.

Argentiniens Vorteil gegenüber Chile besteht in der viel breiteren Skala von Rebsorten, die es den aufeinander folgenden Wellen von Einwanderern, vor allem aus Italien, zu verdanken hat. Zum Cabernet und Merlot kommen Shiraz, Sangiovese, Barbera, Bonarda und Tempranillo. Doch es ist vor allem der Malbec, eine Rebe aus Südwestfrankreich, die auch in Bordeaux verwendet wird, die für das größere Aufsehen sorgt. Argentinischer Malbec ist weich, samtig, voll mit leckeren Pflaumenaromen, kann viele Jahre lagern und wird fast sicher einmal große Weine bringen.

Ebenso vielversprechend ist Shiraz- eher in der Art der Franzosen als der Austrlier, doch mit der Möglichkeit, ebenso große pfeffrige, mächtige Weine zu ergeben. Es kommt Argentinien zugute, dass es über viel Land zum Entdecken und Entwickeln verfügt. Von der hoch gelegenen Salta im Norden, die bereits frische Weißweine und Cabernets mit intensivem Minzeton erzeugt, bis zur kühleren Region am Rio Negro, die sich als geeignet für Pinot Noir erweisen könnte.