Auf Grund der bewegten politischen Geschichte des Landes eroberten die südafrikanischen Weine erst relativ spät die Weltmärkte. Nur langsam zeigte sich das zweifellos hohe Potenzial. Wein wird immerhin schon seit der Ankunft holländischer Siedler im 17. Jahrhundert erzeugt.

Die meisten Weinberge befinden sich im Südwesten des Landes bei Kapstadt. Sie sind in anerkannte Weinregionen unterteilt, denen jedoch deutlich unterscheidbare Identität fehlt. Paarl erzeugt zum Beispiel viel sehr preiswerte Wein, doch es gibt dort auch einige angesehene Erzeuger wie Glen Carlou oder Villiera. Das gleiche trifft auf Robertson zu. Regionen mit eigenem Charakter sind Stellenbosch, wo die meisten Spitzenweine, insbesonere Rote, erzeugt werden, und die kühlen Küstenregionen von Walker Bay und Constantia., wo kleine Kellereien ein paar feine Weine in der Art de Burgunder erzeugen.

Kleinere Produktionen sind jedoch in der Minderheit. Der Markt wird immer noch von Genossenschaften dominiert, von denen die 1917 gegründete Koooperative Wijnbouewrs Vereniging (KDW) am bekanntesten ist. Sie bestimmte noch bis vor kurzem, welche Rebsorten angepflanzt werden sollten und wieviel die Winzer dafür erhielten.

Wie in den meisten Ländern der Neuen Welt legt man am meisten Gewicht auf international verbreitete Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot. Obwohl das Klima sehr heiß ist, geraten die südafrikanischen Weine nicht so überwältigend fruchtig wie die australischen oder chilenischen, manche erinnern sogar an die europäischen.

Genau wie Kalinfornien hat Südafrika seine Rotweine der Bordeaux nachempfunden. Verschnitte aus Cabernet Sauvignon mit Merlot und Cabernet Franc gelingen oft besser als reiner Cabernet, obwohl es ein paar gute volle Merlots gibt. Küstenregionen wie Walker Bay produzieren auch feinen Pinot Noir. Die Weinerzeuger hatten ebenfalls Erfolg mit körperreicheren Rotweinen wie Shiraz, Zinfandel und speziell Pinotage- die typische Rebsorte des Landes. Wie der australische Shiraz und der kalifornische Zinfandel kann er in vielen Richtungen ausgebaut werden, von leicht und saftig bis hin zu voll, körperreich und mit Pflaumenaromen. Letzterer ist der Interessanteste.